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Zu den alten Gemeinden des Nordbrookmerlandes gehört auch Tjüche, das seiner besonderen Abgrenzung wegen bereits kurze Erwähnung fand. Ältester Ortsteil ist unzweifelhaft das Gebiet zwischen Osteel und Marienhafe entlang des "Alten Postweges". Von hier aus wurden zu späterer Zeit am "Hingstlandsweg" sowie in den "Tjücher Campen" (beide westlich vom "Alten Postweg" liegend) Siedlungen begonnen. Ein zweiter Ortsteil bildete sich im Osten der Gemeinde, und zwar am "Leezweg" und am "Elfenveerweg", dem Grenzbereich zwischen dem Nordostzipfel von Upgant-Schott sowie Rechtsupweg und Leezdorf. Die Besiedlung in diesem Bereich hat sicher erst im Zusammenhang mit der Moorkultivierung eingesetzt. Wie alt Tjüche ist, kann nicht sicher gesagt werden. Im Greetsieler Deichregister von 1583 wird Tjüche mit 52 Grasen und 6 Heerden aufgeführt; die Pfanddeiche sind mit 10 Ruthen und 8 Fuß angegeben, das sind rund 65 Meter, die etwa bei Degenfeld gelegen haben dürften. Das war aber wohl schon die zweite Deichlinie, war doch bereits 1556 das westlich vor Tjüche liegende Wirdumer Neuland eingedeicht worden, so dass der Schaudeich erheblich weiter im Westen liegen musste. Neben dem "Alten Postweg" zählt zu den alten Wegen in Tjüche der "Hingstlandsweg", mit Gemeinschaftsweiden rechts und links, von einem Hirten betreut, der im gemeindeeigenen "Fennhaus" wohnte. Hierher gehört weiter der "Tjücher Moorthun", ein Weg, der vom "Alten Postweg" nach Osten führt und die Verbindung zum "Leezweg" darstellt. Der "Elfenveerweg" dagegen ist jünger. Das Gebiet, das er erschließt, war noch bis ins 20. Jahrhundert gräflich Inn- und Knyphausenscher Besitz und ist erst nach und nach in Privateigentum übergegangen. Dort, wo der Hof des letzten Bürgermeisters von Tjüche heute steht, befand sich noch vor etwa 100 Jahren ein Forsthaus.
Der Einbruch der Leybucht hat die Gemeinde Tjüche kaum betroffen: Der nach Marienhafe führende schlauchartige Arm, in dem heute noch das Störtebekertief fließt, verlief hart an der südlichen Gemeindegrenze von Tjüche. Es ist denkbar, dass der verhältnismäßig hoch gelegene Hingstlandsweg diesen Arm deichartig abschirmte, vielleicht sogar als Deich diente. Schon in den frühen Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts wurde mit einem Zwischendeich der schmale Schlauch abgeriegelt. Nur das Störtebekertief blieb frei, das auch heute noch verhältnismäßig breit ist.
Interessant, dass das Osteeler Bauerrecht von 1654 auch für Tjüche galt: Von den sechs "Kedden" im Bereich beider Gemeinden stellte "tiuche" einen. Im Westen von Tjüche, in unmittelbarer Nähe des Störtebekertiefs, wurde 1975 das Klärwerk für die Abwasserkanalisation der Samtgemeinde Brookmerland errichtet. Schulisch gehörte Tjüche stets nach Marienhafe. Auch kirchlich ist es mit Marienhafe verbunden, nur in der Zeit um 1825 wurde Tjüche pfarramtlich von Osteel aus betreut.
Quelle: Das Land um den Störtebekerturm, Rudolf Folkerts / Jakob Raveling, ISBN 3-922365-33-7
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